Sör Franzelot, Fränzchen, ist ein „Wald- und
Wiesenschwein“, welches ich aus einer Tierhandlung geholt habe. Seinen
Geburtstag kenne ich nicht, kann ihn nur so ungefähr bestimmen und habe
ihn somit auf den 12.10.2004 festegelegt (dies passte auch so schön mit
dem Geburtstag meiner Oma). Fränzchen fiel mir sofort ins Auge, weil er
in dem Gehege so frech durch die Gegend wuselte und sich nicht direkt
wie die meisten Schweinchen in die Hütte geflüchtet hat. Er machte so
einen neugierigen Eindruck, dass er einfach mit musste. So lebt er seit
dem 23.12.2004 bei Karlchen und wurde zum Sör Franzelot
geschlagen.
Die Neugierde und Zutraulichkeit hat sich Fränzchen bis heute bewahrt.
Er ist der erste, der sich sein Frischfutter abholt. Derjenige, der
alles im Auge hat, aber auch kein Problem hat, sich irgendwo
ungeschützt hinzulegen und mit geschlossenen Augen zu
schlafen.
In den allermeisten Fällen lässt er sich
freiwillig aus dem Eigenbau nehmen; er kommt sogar fast auf die Hand
geklettert. Wenn er im Auslauf unterwegs ist, waschelt er manchmal
gerne los und setzt sich unter die Couch. Aber auch hier klappt es zu
80 %, ihn nur das bloße rufen seines Namens darunter wieder herzulocken.
Manchmal macht er ganz gerne einen auf Chef und brommselt
wie ein Weltmeister. Oftmals lässt ihn Karlche gewehren. Und wenn nicht
und es kommt zur Jagerei, dann zeigt sich Fränzchen auch recht schnell
als unterwürfig und erkennt Karlchen als Chef an. Er hat bisher noch
nie Karlchens Sehschwäche ausgenutzt. Im Gegenteil, manchmal kommt er
mir ein bisschen wie ein kleines „Blindenschweinchen“ vor.
Fränzchen hat(te) überigens am Popo eine schöne lange
Schleppe, die bald als sein Markenzeichen „Hosenträger“ bezeichnet
wurden. Leider musste ich die schon 2 Mal weitest gehend abschneiden,
da … na ja, beim Aufsteigen hat Karlchen *räusper* … Ihr wisst schon
…
Und Fränzche liebt seine Hängematte; deshalb wird
er ebenfalls mal ganz gerne als „Hängemattenschwein“ betitelt.
Mit Fränzchen hatte ich so viel Freude. Doch irgendwann kommt leider der Tag, an dem ein Ritterschweinchen fort muß zu seinem letzten Ritterkampf. Mein geliebter Sör Franzelot, mein Fränzchen, hat diesen Kampf in den frühen Morgenstunden des 17. Tages des Augusts im Jahre des Herren 2009 verloren. Auch wenn ich ein Vorahnung hatte, so kam es doch überraschend für mich. Ich werde Fränzchen nie vergessen; er bleibt in meinem Herzen! Mit Fränzchen ist der letzte Ur-Wutzeloter gestorben. Nun herrscht am Hofe Wutzelots Hänschen, der durch King Karlchens und Sör Franzelots Ritterschule gegangen ist. Hänschen wird auch in Kürze einen neuen Miniritter lehren müssen.
Da Fränzchen ein kölsches Schweinchen war, ist dieser Songtext frei nach den Wise Guys für ihn:
Wenn ich ens nit mih existiere, wenn ich de Auge zojedonn, wenn ich bovven präsentiere, janz höösch am Himmelspözje stonn, dann soll dä Petrus dat schon maache, hä sök d'r schönste Platz mir us, hä weiß, et jitt dann jet ze laache, ich ben vun Wutzelot am Rhing zehus.

